Wie entstand mein Stillkissen?

Meine große Tochter war ein Frühchen. Geboren mit Kaiserschnitt (in der Frauenklinik Chemnitz) in der 33. SSW . Dabei wollte immer ich gern ambulant in Hebammenbegleitung entbinden. Charlotte wurde fast 8 Wochen vor dem Geburtstermin auf die Welt geholt, weil ich kaum noch Fruchtwasser hatte und ihr Leben auf dem Spiel stand. Sie wog 1240g und war 39 cm klein. Es war eine überaus gefühlschaotische, aufregende und auch sehr anstrengende, Nerven zehrende Zeit.

Katharina-Charlotte 020a 2006 (39 cm, 1240 g) und 2013 (Einschulung) DSC06069

Mein kleiner Sohn kam 1 Woche nach dem Termin und auch per Kaiserschnitt auf die Welt. Auch bei ihm hatte ich den Wunsch, ambulant in Hebammenbegleitung zu entbinden. Doch nach Schmerzen im Bauch (ohne Wehen) fiel kurzentschlossen meine Entscheidung für den Kaiserschnitt. Die Ärztin in der Klinik wollte mich zur normalen Geburt überreden, doch ich wollte keinesfalls einen Notkaiserschitt mit Vollnarkose riskieren. Man wusste ja nicht, weshalb ich Schmerzen hatte. Während des Kaiserschnitts wurde es dann klar. Es waren Verwachsungen im Bauch durch den 1. Kaiserschnitt.
Bereut habe ich meine Entscheidung keinen Moment. Für uns hatte ich die perfekte Klinik gewählt (das Sankt Georg in Leipzig). So war es für mich wie ein „ambulanter Kaiserschnitt“. Wir mussten nur 3 1/2 Tage in der Klinik bleiben.

PC020199.1 2011 (50 cm, 3470 g)  und 2012 SONY DSC

Ich habe bei meinen 2 Kindern insgesamt 24 Monate Stillerfahrung gesammelt. Charlotte war anfangs zu winzig, um gestillt zu werden. Deshalb stillten wir auf Umwegen. Das ist Abpumpen und dann Muttermilch mit der Flasche geben. Als Charlotte 5 Monate alt war, wollte sie die Flasche nicht mehr und ich habe sie (endlich) ganz normal gestillt. Ja, Du liest richtig, sie war 5 Monate, als sie nur noch gestillt werden wollte. Das Fläschchen schob sie aus dem Mund.

In der Stillzeit musste ich feststellen, dass weder große 2 Meter Stillkissen noch kleine Hörnchen für mich passten. Das Stillkissen stützte das Baby nicht und somit rutschte mir Charlotte ständig weg von der Brust. Ich musste sie festhalten und außerdem an mich heran ziehen.  Ich baute unter das Stillkissen noch Sofakissen, um das Stillkissen einigermaßen zu stützen. Es war sehr anstrengend. Dazu kam, dass bei ihr das Stillen bzw. Fläschchengeben 30 bis 45 min je Mahlzeit dauerte! Meine Schultern waren bretthart. Von der glücklichen, stillenden Mama war weit und breit keine Spur zu entdecken.

Damals dachte ich, es liegt an mir. Es ist das erste Kind, dazu ein Frühchen, da kann nicht alles glatt gehen.

Als dann die Stillzeit mit dem Kleinen begann, waren die Probleme mit dem Stillkissen schlagartig wieder da obwohl die Stillmahlzeiten deutlich kürzer waren! So begann ich mir ein Stillkissen zu „basteln“.

Ich wollte

  • ein Stillkissen haben, das klein und handlich ist, das ich überall (auf dem Sofa, im Sessel, im Bett, im Auto, unterwegs) benutzen kann
  • dass die Füllung des Stillkissen da bleibt wo sie hingehört, wenn ich das Baby darauflege, und nicht in alle Richtungen verschwindet
  • dass es eine breitere Liegefläche hat als ein Hörnchen
  • dass es komplett waschbar und antiallergisch gefüllt ist
  • aufrecht sitzen beim Stillen, die Füße auf den Boden stellen Können und die Hände zum Essen und Trinken frei haben
  • entspannt sein, damit die Schultern nicht verspannen und das Stillen leicht geht
  • das lästige Umbauen beim Seite-Wechseln beim Stillen sollte aufhören. Jedes Mal das Baby stören, wenn es sich gerade eingekuschelt hat und so schön am Trinken ist, ist doch echt unschön für alle Beteiligten! Gerade der Kleine hatte da so seine Probleme damit. Auf der anderen Seite fand er die richtige LiegePosition nicht und konnte schlecht  zum Trinken zurück finden.

Ganz schön viele Ansprüche hatte ich, aber ich habe es geschafft :-). Genau so ist mein Stillkissen geworden! Klein, handlich,  stabil, antiallergisch gefüllt, im Notfall komplett waschbar und das Baby kann beim Seite-wechseln einfach liegen bleiben, weil man das Kissen ziehen kann.

Meine Schultern waren nicht mehr verspannt. Jetzt war ich die glückliche, stillende Mama!

Nach der Stillzeit benutzen wir das Kissen noch sehr lange. 2015 (der Kleine ist inzwischen 3 Jahre) möchte er zum Einschlafen seine Milch. Da brauchten wir unser Stillkissen immer noch. Da es so leicht ist, legte er es immer selber bereit. Er nimmt es auch selber mit zum Sessel oder Hocker, um es als Kopfstütze zu benutzen.

Meine Große hat in ihrem Bett 3 Stillkissen, sie benutzt sie als Kuschelkissen für sich und ihre Kuscheltiere.

Als Tipp von mir also: räumt das Kissen nicht gleich nach der „richtigen“ Stillzeit weg. Die Kleinen können super damit kuscheln.

WICHTIG: Es ist dazu gedacht, nach der Stillzeit in der Familie als Kuschelkissen zu bleiben. Die Füllung wird im Laufe der Stillzeit weniger. Das muss auch so sein, weil das Baby größer wird.
Ein weiterer Einsatz als Stillkissen bei einem Geschwisterkind ist nicht vorgeplant.

Wie „funktioniert“ es als Stillkissen?

Die gewölbte Seite des Kissens ist die Oberseite, auf die das Baby zum Stillen gelegt wird. Die Seite mit den Falten ist die Unterseite.

Zum Stillen vor dem Bauch legen Sie es mittig vor sich auf die Oberschenkel. Das Baby legen Sie darauf. Möchten Sie die Seite wechseln, so können Sie das Kissen MIT Baby zur anderen Seite ziehen. ACHTUNG: Baby natürlich festhalten!

Das Kissen wird nun seitlich neben Ihrem Oberschenkel liegen – ein Ende (das mit dem Babyköpfchen darauf) aber noch auf dem Oberschenkel. Sie können auch seitlich beginnen und ziehen das Kissen zum Seite wechseln mittig vor sich. Dazu evtl. leicht anheben und ACHTUNG: Baby festhalten! Es funktioniert in beide Richtungen!

Das Stillkissen kann zum Stillen vor dem Bauch aber auch zum seitlichen Stillen verwendet werden und ist auch ein schönes Lagerungskissen.

Das Baby liegt auf einer breiteren Auflagefläche und kann sich so beim Stillen geborgen fühlen.